Die Adolf-Fredrik-Kirche

An der Stelle, auf der die Adolf-Fredrik-Kirche steht, stand früher eine hölzerne Kapelle, St. Olof, die 1674 auf einem noch älteren Friedhof erbaut worden war.

Die Adolf- Fredrik-Kirche wurde von dem Architekten Carl Fredrik Adelcrantz entworfen und von 1768 bis 1774 erbaut. Ihren Namen erhielt sie nach dem König Adolf Fredrik, der den Grundstein legte. Die Einweihung 1774 geschah in Anwesenheit von König Gustaf III., dem Sohn Adolf Fredriks.

Die Kirche hat die Form eines griechischen Kreuzes mit Verlängerung nach Osten und Westen. Sie ist im neoklassizistischen Stil mit Rokokoeinschlag errichtet. Das Innere wird von den Säulen geprägt, die eine den ganzen Raum entlang verlaufende kräftige Deckenleiste tragen. Die Fenster haben Rundbögen, und die Kirchenschiffe werden von verhältnismässig flachen Gewölben überdeckt. Über der Kreuzmitte schwebt eine Kuppel.

Das Äussere ist seit dem 18. Jahrhundert fast unverändert. Das Innere der Kirche hat jedoch viele Veränderungen erfahren, vor allem gegen Ende des vorigen Jahrhunderts und in den fünfziger Jahren. Der Altar und die Kanzel stammen aber noch aus der frühesten Zeit der Kirche.
In der Kirche gibt es zwei Skulpturen des wohl während der Bauzeit der Kirche berühmtesten schwedischen Künstlers, des Bildhauers Johan Tobias Sergel. Das eine ist das ”Cartesiusmonument”, wo die Wahrheit, durch eine Erdkugel symbolisiert, von der Hülle der Lüge befreit wird. König Gustaf III., der mit grossem Interesse den Bau der Kirche verfolgte, veranlasste die Entstehung dieses Werkes.

Das Monument ehrt den französischen Philosophen René Descartes (Cartesius), der zur Zeit Königin Kristinas dem schwedischen Hof verbunden war. Er wurde 1650 auf dem Friedhof begraben, und 1666 wurde seine Gebeine nach Frankreich überführt. Das zweite Werk Sergels ist das Altarrelief, das auch mit Hilfe Gustaf III. zustande kam. Es stellt Christus dar, der an Ostern aus seinem Grab aufersteht.

Die Malereien in der Kuppel wurden von Julius Kronberg von 1899 bis 1900 ausgeführt. Das Taufbecken aus Kristall von Orrefors sowie die Gedenktafel für den Forscher Sven Hedin sind von Liss Eriksson entworfen. Die Orgel wurde 1966 von der Firma Grönlund gebaut, das ursprüngliche Äussere der Orgel wurde aber bewahrt.

Das Kircheninnere wurde von 1996 bis 1997 durch den Architekten Uno Söderberg restauriert. Die Arbeiten umfassten u. a. das Reinigen der Wände und Gewölbe und konservierende Massnahmen am Altarrelief, am Altar und an der Kanzel. Im südlichen Kreuzgang wurde eine Kapelle geschaffen, um es kleineren Gruppen zu ermöglichen, sich zu einem Gottesdienst in mehr privater Umgebung zu sammeln.

Zwei ältere Kronleuchter, die nach einer früheren Renovierung abgenommen worden waren, wurden wieder aufgehängt, ebenso eine grössere Anzahl neuer, von Uno Söderberg entworfener Kronleuchter. Diese sind vergoldet und sollen ein warmes, angenehmes Licht geben und gleichzeitig durch das Zusammenspiel mit dem Gold, das sich an verschiedenen Stellen im Raum befindet, Lichtreflexe erzeugen, die die Bewegung von lebenden Flammen ersetzen sollen.

Um die Jahrhundertwende hatte die Adolf-Fredriks-Gemeinde mehr als 60.000 Mitglieder. Nach einer Aufteilung der Gemeinde in drei Teile und der Veränderung der reinen Wohngebiete nach dem zweiten Weltkrieg in Büro-, Bank- und Geschäftsviertel sind es heute etwa 6.000 Menschen, die hier wohnen.

In der Adolf-Fredrik- Kirche wird jeden Tag, ausser samstags, Gottesdienst gehalten. Hier findet auch ein reiches Musikleben mit vielen musikalischen Andachten und Konzerten statt. Die Lage der Kirche im Zentrum Stockholms hat zur Folge, dass viele, die an den Gottesdiensten, Konzerten oder anderen Gemeindeveranstaltungen teilnehmen, selber nicht innerhalb der Gemeinde wohnen, sondern dort arbeiten oder aus anderen Stadtteilen kommen. Die Adolf-Fredrik-Kirche hat somit eine Doppelfunktion als Gemeinde- und Citykirche.

Viele Menschen überqueren täglich den Friedhof auf dem Weg zur Arbeit oder bei anderen Anlässen. Unter den vielen Gräbern aus alter und auch neuerer Zeit gibt es zahlreiche, die das Interesse auf sich ziehen. Als Beispiel sind zu nennen die Gräber der Premierminister Hjalmar Branting und Olof Palme oder der Schauspieler Anders de Wahl und Thor Modéen.

 

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